Bevölkerungsentwicklung Deutschlands ab 1950
- Einwohnerzahlen West- und Ostdeutschlands -



   1.  Aktuelle Einwohnerzahlen ab Zensus 2011   
- Letzte Aktualisierung:  Herbst 2014 -


Nach dem Zensus 2011 musste die Einwohnerzahl Deutschlands nach unten korrigiert werden:

Stand der Fortschreibungsdaten vor dem Zensus 2011
Stichtag Deutschland West-D. Ost-Deutschland einschließlich Berlin Quelle
30.04.2011 81,729 Mio. 65,422 Mio. 16,307 Mio. einschl. Berlin (3,472 Mio.) Tabellenband Zensus 2011
Fehlerkorrektur aufgrund der Zensusergebnisse:
  - 1,519 Mio. - 1,103 Mio. - 0,416 Mio. einschl. Berlin (- 0,179 Mio.) Tabellenband Zensus 2011



Seitdem aber steigt die Bevölkerung kontinuierlich wieder an:

Bevölkerungsentwicklung Deutschlands seit dem Zensus 2011 [Stichtag 9. Mai]
(Einwohner zum Jahres- und Quartalsende)
Stichtag Deutschland West-D. Ost-Deutschland einschließlich Berlin Quelle
09.05.2011 80,210 Mio. 64,319 Mio. 15,891 Mio. einschl. Berlin (3,292 Mio.) Tabellenband Zensus 2011
30.06.2011
30.09.2011
80,233 Mio.
80,305 Mio.
  Quartalszahlen
31.12.2011 80,328 Mio. 64,429 Mio. 15,899 Mio. einschl. Berlin (3,326 Mio.) Pressemitteilung v. 27.08.2013
31.03.2012
30.06.2012
30.09.2012
80,334 Mio.
80,399 Mio.
80,493 Mio.
  Quartalszahlen
31.12.2012 80,524 Mio. 64,619 Mio. 15,905 Mio. einschl. Berlin (3,375 Mio.) Pressemitteilung v. 27.08.2013
31.03.2013
30.06.2013
30.09.2013
80,511 Mio.
80,586 Mio.
80,716 Mio.
  Quartalszahlen
31.12.2013 80,767 Mio. 64,848 Mio. 15,919 Mio. einschl. Berlin (3,422 Mio.) Bevölkerungsstand

(Siehe auch Verteilung der Bevölkerung auf die Bundesländer.)



Das Bevölkerungswachstum im geburtenschwachen Deutschland resultiert aus der starken Zuwanderung:
Hier die demografischen Bewegungsdaten ab 2011:

    Natürliche und räumliche Bevölkerungsbewegung Bevölkerungszu-/abnahme
(gerundet)
Jahr Geborene und Gestorbene
=> Geburtendefizit
Zuwanderer und Abwanderer
=> Netto-Zuwanderung
2011 662.685 852.328 958.299 678.969 01.01.-30.04.:    - 23.000
09.05.-31.12.: + 118.000
- 189.643 = + 279.330
2012 673.544 869.582 1.080.936 711.991 Pressemitteilung vom 27.08.2013:
+ 196.000
- 196.038 = + 368.945
2013 682.069  893.825 1.226.493 797.886  
+ 244.000
-  211.756 = + 428.607
  vgl. auch Bevölkerungsstand

Fehler in den zugrunde liegenden Statistiken sind jedoch unvermeidlich, wie die Diskrepanzen zwischen Bewegungen und Stand am Jahresende zeigen:
2012:  - 196.038 + 368.945 = rund 173.000    196.000
2013:  - 211.756 + 428.607 = rund 217.000    244.000



Das Statistische Bundesamt zur Qualität der Statistiken:

Qualitätsbericht zur Statistik der Geburten  (hohe Qualität)

Qualitätsbericht zur Statistik der Sterbefälle  (hohe Qualität)

Qualitätsbericht zur Wanderungsstatistik  (Qualität abhängig von der Einhaltung der melderechtlichen Vorschriften seitens der Bürger sowie von der Erfüllung der gesetzlichen Lieferpflicht der Meldeämter an die amtliche Statistik.
Alle Meldebehörden liefern Daten an die Statistischen Ämter der Länder. Wenn Personen ausziehen und sich in Deutschland nicht an einem neuen Wohnort anmelden, wird der Fortzug von den Meldebehörden und den Statistikämtern nicht registriert. Stellt die Meldebehörde den Fortzug fest, erfolgt ggf. eine Abmeldung von Amts wegen durch die Meldebehörde, die anschließend an die Statistik gemeldet wird. Wieviele Fortzüge dabei unregistriert bleiben, kann nicht quantifiziert werden.)

Qualitätsbericht zur Fortschreibung des Bevölkerungsstandes  (Qualität wird allgemein als gut eingeschätzt. Erforderlich ist jedoch eine regelmäßige Neujustierung durch eine Bestandsaufnahme in Form einer neuen Volkszählung.)




   2.  Bevölkerungsentwicklung Deutschlands   
   von 1950 bis Zensus 2011   




Bevölkerungsentwicklung Deutschlands
(Einwohner zum Jahresende)
 
Jahr Deutschland
insgesamt
früheres Bundesgebiet ehemalige DDR
West-
Deutschland
Ost-Deutschland
Berlin neue Länder
(ohne
Berlin-Ost)
Berlin-West Berlin-Ost
           
1950 69,346 Mio. 50,958 Mio. 18,388 Mio.
ca. 48,811 Mio. ca. 2,147 Mio. ca. 1,189 Mio. ca. 17,199 Mio.
1961 73,668 Mio. 56,589 Mio. 17,079 Mio.
54,402 Mio. ca. 2,187 Mio. ca. 1,013 Mio. 16,066 Mio.
1970 78,069 Mio. 61,001 Mio. 17.068 Mio.
58,886 Mio. ca. 2,115 Mio. ca. 1,086 Mio. 15,982 Mio.
1980 78,397 Mio. 61,658 Mio. 16,740 Mio.
59,762 Mio. 1,896 Mio. 1,153 Mio. 15,587 Mio.
1985 77,661 Mio. 61,020 Mio. 16,640 Mio.
59,160 Mio. 1,860 Mio. 1,216 Mio. 15,424 Mio.
1989 79,113 Mio. 62,679 Mio. 16,434 Mio.
60,548 Mio. 2,131 Mio. 1,279 Mio. 15,155 Mio.
1990 79,753 Mio. 63,726 Mio. 16,028 Mio.
61,568 Mio. 2,158 Mio. 1,276 Mio. 14,752 Mio.
1995 81,817 Mio. 66,342 Mio. 15,476 Mio.
64,172 Mio. 2,170 Mio. 1,301 Mio. 14,175 Mio.
2000 82,260 Mio. 67,140 Mio. 15,120 Mio.
65,027 Mio. 2,113 Mio. 1,270 Mio. 13,850 Mio.
3,382 Mio.
17,232 Mio.
einschließlich ganz Berlin (3,382 Mio.)
       
  Deutschland West-D. Ost-Deutschland einschließlich Berlin
2001 82,440 Mio. 65,323 Mio. 17,118 Mio. einschl. Berlin (3,388 Mio.)
2002 82,537 Mio. 65,527 Mio. 17,009 Mio. einschl. Berlin (3,392 Mio.)
2003 82,532 Mio. 65,619 Mio. 16,913 Mio. einschl. Berlin (3,389 Mio.)
2004 82,501 Mio. 65,680 Mio. 16,821 Mio. einschl. Berlin (3,388 Mio.)
2005 82,438 Mio. 65,698 Mio. 16,740 Mio. einschl. Berlin (3,395 Mio.)
2006 82,315 Mio. 65,667 Mio. 16,648 Mio. einschl. Berlin (3,404 Mio.)
2007 82,218 Mio. 65,664 Mio. 16,554 Mio. einschl. Berlin (3,416 Mio.)
2008 82,002 Mio. 65,541 Mio. 16,461 Mio. einschl. Berlin (3,432 Mio.)
2009 81,802 Mio. 65,422 Mio. 16,380 Mio. einschl. Berlin (3,443 Mio.)
2010 81,752 Mio. 65,426 Mio. 16,326 Mio. einschl. Berlin (3,461 Mio.)
2011 81,844 Mio. 65,540 Mio. 16,304 Mio. einschl. Berlin (3,502 Mio.)
2012 ca. 82 Millionen  (Pressemitteilung vom 14.01.2013)

> Quellenhinweise zur Tabelle      

(Erläuterungen und Ergänzungen zur obigen Tabelle
finden Sie in einer älteren Version dieser Seite.)




Nach der lange zurückliegenden Volkszählung 1987 in der alten BRD
wurde 2011 ein registergestützter Zensus durchgeführt.
Daraufhin wurde die Einwohnerzahl Deutschlands

von 81,729 Mio. (alte Fortschreibung am 30. April 2011)
um rund 1,5 Millionen nach unten korriert.
Am 9. Mai 2011 hatte Deutschland 80,210 Millionen Einwohner,
64,319 Mio. in West- und 15,891 Mio. in Ostdeutschland.

(Pressemitteilung und Tabellenband des Statistischen Bundesamtes vom 31.05.2013).

(weitere Entwicklung siehe ganz oben)




Nachbemerkungen:  Zwischen der Volkszählung 1987 und dem Zensus 2011


Die Volkszählung 1987 (25. Mai) hatte für die alte Bundesrepublik 61,077 Millionen Einwohner ergeben. Davon entfielen 2,013 Mio. auf West-Berlin. In Westdeutschland allein lebten folglich 59,064 Mio. Menschen (Statistisches Bundesamt, Stat. Jahrbuch 1989).
Der Zensus 2011 (9. Mai) ergab für ganz Deutschland 80,210 Mio. und für das frühere Bundesgebiet ohne West-Berlin 64,319 Mio. Einwohner.
Somit ist die Bevölkerung Westdeutschlands in den 24 Jahren von 1987 bis 2011 um rund 5,3 Mio. = 8,9 % gewachsen (obwohl sie zwischenzeitlich, in den Jahren 2006 bis 2010, um knapp 0,3 Mio. zurückging).
Die Bevölkerung Westdeutschlands entspricht etwa der Einwohnerzahl Frankreichs auf nicht einmal der halben Fläche. Der Zuwachs von 5,3 Millionen Menschen seit 1987 entspricht dem Fünffachen der Bevölkerung des Saarlandes.

Zum Zeitpunkt der BRD-Volkszählung im Mai 1987 lebten in der DDR mit Ost-Berlin etwa 16,650 Mio. Menschen (siehe Lange Reihe: Bevölkerungsstand, mit Angaben für Ende 1986 und 1987). In West-Berlin waren es wie gesagt 2,013 Mio., in ganz Ost-Deutschland (DDR und ganz Berlin) also rund 18,660 Mio.
Der Zensus 2011 ergab für die neuen Länder mit ganz Berlin 15,891 Mio. Einwohner.
Somit ist die Bevölkerung Ostdeutschlands um rund 2,8 Mio. = 14,8 % geschrumpft, verursacht durch Geburtenschwäche und Ost-West-Binnenmigration.

Ost-Berlin ("Berlin, Hauptstadt der DDR") hatte Ende 1987 1,201 Mio. Einwohner (Statistisches Bundesamt, Stat. Jahrbuch 1989, Anhang 1). West-Berlin kam im Mai 1987 auf 2,013 Mio. (s. o.). Demnach hatte das geteilte Berlin zu diesem Zeitpunkt rund  3,2 Mio. Einwohner. Der Zensus 2011 ergab 3,292  Mio. Einwohner. (Das ist auch fast die gleiche Einwohnerzahl wie 1950 in der geteilten Stadt - vgl. Tabelle oben). Dem ostdeutschen Bevölkerungsschwund zum Trotz: "Berlin bleibt doch Berlin".

Und der neue Flughafen bleibt ’ne Baustelle.

Der ostdeutsche Bevölkerungsschwund in den 24 Jahren von 1987 bis 2011 entspricht etwa der (heutigen) Einwohnerzahl von Dresden + Leipzig + Chemnitz + Halle + Magdeburg + Erfurt + Rostock + Potsdam + Jena + Cottbus + Gera + Zwickau + Schwerin.
Aber annähernd das Doppelte ist im Westen dazugekommen (5,3 Millionen Menschen, s. o.). Das ist mehr als das gesamte (heutige) Ruhrgebiet - in 24 Jahren!
Nachdem der "Aufbau Ost", der von einem "Abbau" der Bevölkerung begleitet war, langsam Fortschritte gemacht hat, sitzt nun der Westen auf seinen liegen gebliebenen Infrastrukturproblemen.

Die Korrektur nach unten betraf alle Bundesländer, allerdings in unterschiedlichem Maße. Berlin musste 5,2 % [= knapp 180.000] Einwohner "abschreiben", Rheinland-Pfalz nur 0,2 % [= gut 9.000 Einw.].

Das hat, wie der Focus berichtet, beträchtliche Auswirkungen auf den Länderfinanzausgleich. Berlin musste für 2012 beinahe 300 Millionen Euro zurückzahlen. - (Na und? Soviel ist allein schon die Nofretete wert, die man deswegen aber nicht verkoft hat.)

Deutschland insgesamt nahm zwischen den Zensus-Stichtagen durch Zuwanderung aus dem Ausland um knapp 2,5 Millionen Einwohner zu. Dahinter stehen allerdings Bewegungsdaten in zweistelliger Millionenhöhe, sowohl bei der natürlichen als auch der räumlichen Bevölkerungsbewegung.
In den 24 Kalenderjahren von 1988 bis 2011 [Beginn und Ende dieses Zeitraums liegen jeweils ein gutes halbes Jahr hinter den Zensus-Stichtagen] wurden 18,2 Millionen (deutsche und ausländische) Kinder geboren, während 20,7 Mio. Menschen verstarben. Gleichzeitig wurden 22,2 Mio. Zuzüge und 15,9 Mio. Fortzüge registriert - ein riesiger, nur bedingt kontrollierbarer "Wanderzirkus". Schon lange vor dem Zensus wurde vermutet, dass sehr viele Fortzüge ins Ausland nicht erfasst worden waren. Vor allem so mancher ausländische Mitbürger hat Deutschland wohl in aller Stille verlassen (oder vielleicht doch nicht wirklich?). Der Zensus 2011 löste jedenfalls 1,5 Millionen "Phantombürger" oder zehn "Geisterstädte" in der Größenordnung von Heidelberg, Osnabrück oder Potsdam in statistische Luft auf.

Leider war der Zensus 2011 (aus Kostengründen und um politischem Ärger aus dem Weg zu gehen) keine klassische Volkszählung mehr, sondern eine Auswertung diverser Verwaltungsregister in Kombination mit stichprobenartigen Zählungen, also keine Totalerhebung mit einer Begehung vor Ort wie noch bei der Volkszählung 1987, um die von Volkszählungsgegnern ein Riesentheater gemacht wurde. Der Geist der Zeit drang bis unter die roten Roben. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts durften die Volkszählungsergebnisse nicht zur Berichtigung von Fehlern in den Melderegistern verwendet werden, weil das einer strikten Trennung von statistischer Datenerhebung und Verwaltungsvollzug widersprochen hätte. Die Bevölkerungsstatistik hats wirklich nicht leicht in Deutschland.

In Deutschland spricht man auch nicht gerne über illegale Einwanderung. 2005 schrieb der Spiegel: "Zwischen 500.000 und eine Million illegale Einwanderer leben in Deutschland. Schattenmenschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund: Arbeitssuchende, Flüchtlinge, ältere Menschen oder Kinder, die ihren Familien folgen, Studierende und Au Pairs, die einfach länger bleiben als erlaubt. Die wenigsten reisen schon illegal nach Deutschland ein, viele tauchen irgendwann ab, wenn sie ihren Aufenthaltstitel verlieren."

1,5 Millionen Menschen verschwanden nach dem Zensus 2011 aus der Bevölkerungsstatik. Ob die alle wirklich aus Deutschland verschwunden sind, ist eine andere Frage.




http://www.pdwb.de/nd06.htm

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