Bevölkerungsentwicklung Deutschlands ab 1950
- Einwohnerzahlen West- und Ostdeutschlands -




Bevölkerungsentwicklung Deutschlands
(Einwohner zum Jahresende)
 
Jahr Deutschland
insgesamt
früheres Bundesgebiet ehemalige DDR
West-
Deutschland
Ost-Deutschland
Berlin neue Länder
(ohne
Berlin-Ost)
Berlin-West Berlin-Ost
           
1950 69,346 Mio. 50,958 Mio. 18,388 Mio.
ca. 48,811 Mio. ca. 2,147 Mio. ca. 1,189 Mio. ca. 17,199 Mio.
1961 73,668 Mio. 56,589 Mio. 17,079 Mio.
54,402 Mio. ca. 2,187 Mio. ca. 1,013 Mio. 16,066 Mio.
1970 78,069 Mio. 61,001 Mio. 17.068 Mio.
58,886 Mio. ca. 2,115 Mio. ca. 1,086 Mio. 15,982 Mio.
1980 78,397 Mio. 61,658 Mio. 16,740 Mio.
59,762 Mio. 1,896 Mio. 1,153 Mio. 15,587 Mio.
1985 77,661 Mio. 61,020 Mio. 16,640 Mio.
59,160 Mio. 1,860 Mio. 1,216 Mio. 15,424 Mio.
1989 79,113 Mio. 62,679 Mio. 16,434 Mio.
60,548 Mio. 2,131 Mio. 1,279 Mio. 15,155 Mio.
1990 79,753 Mio. 63,726 Mio. 16,028 Mio.
61,568 Mio. 2,158 Mio. 1,276 Mio. 14,752 Mio.
1995 81,817 Mio. 66,342 Mio. 15,476 Mio.
64,172 Mio. 2,170 Mio. 1,301 Mio. 14,175 Mio.
2000 82,260 Mio. 67,140 Mio. 15,120 Mio.
65,027 Mio. 2,113 Mio. 1,270 Mio. 13,850 Mio.
3,382 Mio.
17,232 Mio.
einschließlich ganz Berlin (3,382 Mio.)
       
  Deutschland West-D. Ost-Deutschland einschließlich Berlin
2001 82,440 Mio. 65,323 Mio. 17,118 Mio. einschl. Berlin (3,388 Mio.)
2002 82,537 Mio. 65,527 Mio. 17,009 Mio. einschl. Berlin (3,392 Mio.)
2003 82,532 Mio. 65,619 Mio. 16,913 Mio. einschl. Berlin (3,389 Mio.)
2004 82,501 Mio. 65,680 Mio. 16,821 Mio. einschl. Berlin (3,388 Mio.)
2005 82,438 Mio. 65,698 Mio. 16,740 Mio. einschl. Berlin (3,395 Mio.)
2006 82,315 Mio. 65,667 Mio. 16,648 Mio. einschl. Berlin (3,404 Mio.)
2007 82,218 Mio. 65,664 Mio. 16,554 Mio. einschl. Berlin (3,416 Mio.)
2008 82,002 Mio. 65,541 Mio. 16,461 Mio. einschl. Berlin (3,432 Mio.)
2009 81,802 Mio. 65,422 Mio. 16,380 Mio. einschl. Berlin (3,443 Mio.)
2010 81,752 Mio. 65,426 Mio. 16,325 Mio. einschl. Berlin (3,461 Mio.)
2011 81,844 Mio. 65,540 Mio. 16,304 Mio. einschl. Berlin (3,502 Mio.)
2012 Pressemitteilung

> Quellenhinweise zur Tabelle      


Erläuterungen und Ergänzungen:

Für das nicht in der Tabelle enthaltene Jahr 1946, das erste Nachkriegsjahr im besetzten und geteilten Deutschland (in einer immer noch chaotischen Situation mit Flüchtlings- und Kriegsgefangenlagern usw.), macht das Statistische Bundesamt folgende Angaben: früheres Bundesgebiet: 46,190 Millionen, neue Länder und Berlin-Ost (also ehemalige DDR): 18,488 Millionen Einwohner (Statistisches Jahrbuch Deutschland 2006, siehe auch Archiv).

Allerdings wurde die DDR erst 1947 gegründet und die Bezeichnung "neue Länder" erst mit der Wiedervereinigung (1990) eingeführt. 1947 hatte das DDR-Gebiet (im Westen noch lange als "Sowjetische Besatzungszone" tituliert) nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 19,102 Millionen Einwohner.
Die aus der amerikanischen, britischen und französischen Besatzungszone hervorgegangene Bundesrepublik hatte in ihrem etwas späteren Gründungsjahr 1949 zusammen mit dem von den drei westlichen Siegermächten kontrollierten West-Berlin insgesamt 49,198 Millionen Einwohner.

Die obige Tabelle enthält ausgewählte Jahre ab 1950 und alle Jahre ab 2000. Zusatzbemerkungen zu den angegebenen Zahlen sowie auch Daten zu den übrigen Jahren finden Sie im Statistischen Jahrbuch Deutschland, Kapitel Bevölkerung.

Eine vollständige "lange Reihe" mit Angaben für Deutschland, das frühere Bundesgebiet und die neuen Länder mit Berlin-Ost finden Sie auch online beim Statistischen Bundesamt: Bevölkerung nach dem Gebietsstand.

Noch ein paar kurze Bemerkungen zu einigen der in der Tabelle enthaltenen Jahre: 1961 war das Jahr des Mauerbaus (am 13.8.), 1989 das Jahr des "Mauerfalls" (am 9.11.). Das Jahr 1990 brachte zunächst eine Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion zwischen BRD und DDR (zum 1.7.) und schließlich die endgültige Wiedervereinigung (zum 3.10.). (Diese historischen Vorgänge hatten erheblichen Einfluss auf die räumliche Bevölkerungsbewegung in Deutschland und damit auf die Bevölkerungsentwicklung der Landesteile.)

Mit einer Gebietsreform zum 1.1.2001 wurde die administrative Gliederung Berlins in West und Ost beendet. Damit ist auch die Möglichkeit einer genauen Abgrenzung zwischen alter Bundesrepublik und ehemaliger DDR entfallen. In Statistiken mit langen Zeitreihen zum "früheren Bundesgebiet" (praktisch alte BRD) und den "neuen Ländern und Berlin-Ost" (praktisch Ex-DDR) entsteht somit ein Bruch, auf den in der Regel mit Fußnoten hingewiesen wird. Die Struktur der obigen Tabelle macht das deutlich.

So kam es in amtlichen Statistiken bei Angaben ab dem Jahr 2001 auch zu der etwas merkwürdig wirkenden Kategorie "neue Länder und Berlin-Ost einschließlich Angaben für Berlin". Gemeint sind eigentlich die fünf neuen Bundesländer und ganz Berlin oder die Ex-DDR zuzüglich Berlin-West oder ganz einfach der östliche Teil des wieder vereinigten Deutschland.

Dementsprechend wurden in der Tabelle ab 2001 das frühere Berlin-West und Berlin-Ost (zu diesem Zeitpunkt schon längst eine einzige Stadt und zugleich ein erweitertes Land Berlin) mit den neu geschaffenen Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unter "Ostdeutschland" zusammengefasst. Die darin enthaltenen Einwohner ganz Berlins (das vollständig von brandenburgischem Gebiet umschlossen ist) sind in Klammern angegeben.

Zu West-Deutschland gehören nach wie vor die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein. Siehe auch Übersichtskarte des Statistischen Bundesamtes mit den Bundesländern sowie Links zu den Statistischen Landesämtern.


Ab 2003 ging die Gesamtbevölkerung Deutschlands leicht zurück.

Vgl. Statistisches Bundesamt: "Der höchste Bevölkerungsstand wurde 2002 mit 82,5 Millionen Einwohnern erreicht. Seitdem geht die Bevölkerung kontinuierlich zurück, da es mehr Sterbefälle als Geburten gibt und die rückläufige Zuwanderung, anders als in den 1990er Jahren, das Geburtendefizit nicht ausgleichen kann" (Pressemitteilung vom 04.11.2009 unter dem Titel: "Bevölkerung in Deutschland Ende März 2009 unter 82 Millionen").

Auf diese Bevölkerungsabnahme kommen wir noch zurück, aber betrachten wir erst einmal die

Bevölkerungszunahme der vergangenen Jahrzehnte:

Die obige Tabelle erleichtert regionale Langzeitvergleiche und zeigt zum Beispiel auf einen Blick den enormen Bevölkerungszuwachs West-Deutschlands. In den 55 Jahren von 1950 bis 2005 hat die Bevölkerung von Westdeutschland um annähernd 17 Millionen Einwohner zugenommen.

Diese gewaltige Zahl von Menschen ist etwa so groß wie die heutige Gesamtbevölkerung Österreichs und der Schweiz.

Man bedenke dabei: Flächenmäßig ist Westdeutschland gerade mal doppelt so groß wie die beiden südlichen Nachbarländer und war schon 1950 recht dicht bevölkert. Und nun stelle man sich vor, dass dort in rund einem halben Jahrhundert quasi noch einmal Österreich und die Schweiz entstanden wären - mit allen Städten und Dörfern von der französischen Grenze bei Genf bis zur ungarischen Grenze kurz hinter Wien (das nicht viel kleiner ist als Hamburg, die größte Stadt im westlichen Teil Deutschlands.) Man unterschätze auch nicht die Schweiz, die auch ohne Millionenstädte durchaus als eines der am dichtesten bevölkerten Länder Europas gelten kann.

So viel ist also seit 1950 in Westdeutschland an Einwohnern dazugekommen! Und dafür mussten Wohnungen geschaffen werden, Arbeitsplätze, Versorgungseinrichtungen, kleine und große Verkehrswege usw. Man ahnt den damit verbundenen "Flächenverbrauch" - und den Anstieg von Produktion und Konsum und Umweltbelastungen.

In dem Gebiet Ost-Deutschlands (Ex-DDR plus West-Berlin) hat die Bevölkerung im gleichen Zeitraum (1950 - 2005) um 3,8 Millionen abgenommen. Dabei hat allerdings die Stadt Berlin noch etwas zugenommen. Die fünf ostdeutschen Flächenländer allein verloren dagegen (wie sich anhand der Tabelle leicht errechnen lässt) rund 3,9 Millionen Einwohner.

Für Deutschland insgesamt verblieb somit ein Zuwachs von über 13 Millionen Menschen in 55 Jahren.


Betrachten wir noch einen kürzeren Zeitabschnitt ab Mitte der 1980er Jahre:

Das Jahr 1985 brachte einen kleinen Tiefpunkt in der demografischen Wachstumskurve der alten Bundesrepublik, in der sich bereits der Geburtenrückgang bemerkbar machte. Danach aber nahm die BRD - zuwanderungsbedingt - auf ihrem westdeutschen Hauptgebiet wieder stark zu und dies führte - trotz eines fortschreitenden Bevölkerungsrückgangs in der DDR bzw. den neuen Ländern - auch zu einem weiteren Anstieg der gesamtdeutschen Einwohnerzahl, die 2002 einen vorläufigen Höhepunkt erreichte.

In den 17 Jahren von Ende 1985 bis 2002 ist die Bevölkerung von ganz Deutschland um 4,876 Millionen Einwohner gewachsen. (Das entspricht etwa der gesamten heutigen Bevölkerung Norwegens. - In nur 17 Jahren!)

Das Bevölkerungswachstum Westdeutschlands setzte sich noch etwas fort. Von Ende 1985 bis 2005 nahm Westdeutschland um gut 6,5 Millionen Einwohner zu! (Dieser Zuwachs in nur 20 Jahren entspricht etwa der Gesamtbevölkerung von Kroatien und Slowenien.) In einem einzigen Jahr - 1990, dem Jahr der Wiedervereinigung - stieg die westdeutsche Bevölkerung um mehr als eine Million! (Nicht nur durch innerdeutsche Ost-West-Binnenwanderung, sondern auch durch Zuwanderung aus dem Ausland.)

Von Ende 1990 (dem Jahr der Wiedervereingung) bis 2005, also in nur 15 Jahren, wuchs Westdeutschland - zuwanderungsbedingt - um 4,1 Millionen (was annähernd der heutigen Gesamtbevölkerung von Neuseeland entspricht, ein klassisches Einwanderungsland, das flächenmäßig größer ist als Westdeutschland).

Bei anhaltendem Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland wuchs Gesamtdeutschland von 1990 bis 2002 um 2,8 Millionen Einwohner.

Vgl. auch Statistisches Bundesamt: "Kurz nach der Wiedervereinigung Ende 1990 hatte Deutschland 79,8 Millionen Einwohner. Aufgrund der hohen Zuwanderung in Folge der Öffnung der osteuropäischen Länder und des Bürgerkriegs in Jugoslawien stieg die Einwohnerzahl rapide auf 82,0 Millionen Einwohner im Jahr 1996 an. Der höchste Bevölkerungsstand wurde 2002 mit 82,5 Millionen Einwohnern erreicht" (Pressemitteilung vom 04.11.2009).

Sogar das bevölkerungsreichste und - abgesehen von den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen - am dichtesten bevölkerte Bundesland Nordrhein-Westfalen verzeichnete bis vor wenigen Jahren noch Bevölkerungswachstum. Von 1985 bis 2003 stieg die dortige Bevölkerung von 16,674 Mio. auf 18,080 Mio., also um rund 1,4 Millionen. (Dieser Zuwachs in nur 18 Jahren übersteigt zum Beispiel die gesamte heutige Bevölkerung von Estland. Dabei ist die Fläche von NRW kleiner als die des baltischen EU-Staates!)

Auch wenn die Einwohnerzahl des bevölkerungsreichsten Bundeslandes danach wieder langsam wieder zurückging, hatte NRW 2010 immer noch 1,2 Millionen Einwohner mehr als im Jahr 1985.


Die hohe Bevölkerungsdichte Deutschlands scheint den meisten Bundesbürgern kaum bewusst zu sein.

In einem (hier archivierten) OECD-Umweltprüfbericht aus dem Jahr 2000 aber heißt es: "Allerdings ist nicht zu bestreiten, dass die hohe Bevölkerungsdichte und die intensive wirtschaftliche Betätigung nach wie vor derart starke Belastungen zur Folge haben, dass sich die Natur nicht behaupten kann. Die Zerstückelung der Landschaft durch Verkehrswege sowie Siedlungs- und Industriebebauung, aber auch die Auswirkungen der Schad- und Nährstoffbelastung sind hierfür als Hauptgründe anzusehen."

Weltweit gehört Deutschland zu den am dichtesten bevölkerten Ländern. Auf einem Gebiet von gut 357.000 Quadratkilometern beträgt die durchschnittliche Bevölkerungsdichte 229 Einwohner je Quadratkilometer (Stand 2010).

Abgesehen von einer Anzahl von Klein- und Stadtstaaten und kleinerer Länder (wie z. B. Niederlande oder Belgien), die eher mit deutschen Bundesländern zu vergleichen wären, weisen nur wenige Staaten eine höhere Bevölkerungssdichte auf. Von allen Staaten der Welt ab einer Bevölkerungsgröße von circa 20 Millionen Einwohnern haben nur Bangladesch, die (von China als Provinz beanspruchte und von den UN nicht anerkannte) Inselrepublik Taiwan, Süd-Korea, Indien, Japan, Sri Lanka, Philippinen, Vietnam sowie Großbritannien eine höhere durchschnittliche Bevölkerungsdichte als Deutschland (vgl. UN Population Database oder hier archivierte EXCEL-Datei).

Dabei ist die Bevölkerungsdichte in West-Deutschland (alte BRD ohne West-Berlin) auf etwa gleicher Fläche noch etwas höher als in Großbritannien. Mehr als ein Viertel der heutigen Bevölkerung Westdeutschlands und mehr als ein Fünftel der Einwohner ganz Deutschlands entfallen allein auf NRW mit seinen mehr als 17,8 Mio. Einwohnern - im Zentrum das Ruhrgebiet, das wiederum als Teil einer "Metropolregion Rhein-Ruhr" mit über 10 Millionen Menschen zu sehen ist. Fast jeder 40. Bewohner Europas (vom Nordkap bis Gibraltar und vom Atlantik bis Sibirien) lebt in Nordrhein-Westfalen.

Nach hier archivierten UN-Angaben (EXCEL) hat Europa 2010 rund 738 Millionen Einwohner (ohne europäischen Teil der Türkei, aber mit asiatischem Teil der Russischen Föderation).

Doch selbst wenn man NRW (mit 523 Einwohnern je Quadratkilometer) aus Deutschland (229 Einwohner je Quadratkilometer) herausrechnet, ergibt sich für das übrige Deutschland noch ein sehr hoher Wert von 198 Einwohnern je Quadratkilometer. Durchschnittliche Bevölkerungsdichte weltweit: 51 Einwohner je km².

Die Verteilung der Bevölkerung Deutschlands auf die einzelnen Bundesländer zeigt eine Tabelle der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder: Fläche und Bevölkerung mit Angabe der Bevölkerungsdichte.


Zum allmählichen Bevölkerungsrückgang der letzten Jahre:

Ab 2003 war die Bevölkerungsentwicklung Deutschlands insgesamt leicht rückläufig, weil der Zuwanderungsüberschuss geringer ausfiel als der so genannte Sterbefallüberschuss (das Mehr der Sterbefälle gegenüber den Geburten). 2003 nahm die Bevölkerung insgesamt um circa 5.000 Personen, 2004 um 31.000, 2005 um 63.000, 2006 um 123.000, 2007 um 97.000 ab, 2008 um 215.000, 2009 um 200.000 und 2010 um 51.000 Personen ab. (Der Bevölkerungsrückgang der Jahre 2008 und 2009 ist allerdings infolge umfangreicher Bereinigungen der Melderegister im Zusammenhang mit der Einführung der Steuer-Identifikationsnummern überzeichnet. "Karteileichen" wurden von Amts wegen abgemeldet und als Fortzüge erfasst, der tatsächliche Bevölkerungsrückgang in den beiden Jahren bleibt aber unklar.)

2011 stieg die Bevölkerung erstmals seit 2002 wieder an, um 92.000 Personen.

Siehe dazu Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamtes
vom 02.07.2004 ("Bevölkerungszahl im Jahr 2003 praktisch unverändert"),
vom 29.06.2005 ("Bevölkerungszahl im Jahr 2004 leicht rückläufig"),
vom 19.07.2006 ("Bevölkerung im Jahr 2005 leicht gesunken"),
vom 05.06.2007 ("2006: Geburten, Sterbefälle und auch Bevölkerung gingen zurück"),
vom 26.06.2008 ("2007: Mehr Geburten, aber dennoch geringere Bevölkerung"),
–                         [2008 unklarer Bevölkerungsrückgang, Überzeichnung durch Melderegisterkorrekturen],
vom 04.11.2009 ("Bevölkerung in Deutschland Ende März 2009 unter 82 Millionen"),
–                         [2009 unklarer Bevölkerungsrückgang, Überzeichnung durch Melderegisterkorrekturen],
vom 12.07.2011 ("Leichter Rückgang der Bevölkerung in Deutschland im Jahr 2010").
vom 25.07.2012 ("Einwohnerzahl Deutschlands im Jahr 2011 erstmals seit 2002 wieder gestiegen").

Laut der letztgenannten Pressemitteilung wurden 2011 in Deutschland 663.000 Kinder geboren, während 852.000 Menschen starben (Deutsche und in Deutschland wohnhafte Ausländer). Das bedeutet ein Geburtendefizit (oder "Sterbefallüberschuss") von 190.000 Menschen.
958.000 Zuzügen aus dem Ausland standen 679.000 Fortzüge (hauptsächlich Ausländer) gegenüber. Daraus resultiert ein Wanderungsüberschuss (Netto-Zuwanderung) von 279.000 Personen.
Unter dem Strich ergibt das im Jahr 2011 eine Bevölkerungszunahme von 92.000 Personen = 0,1 Prozent.

Im Hinblick auf die vorausgegangene achtjährige Bevölkerungsabnahme von knapp 800.000 = 0,8 Mio. (von Ende 2002 bis 2010) sollte die migrationsbedingte Zunahme von fast 4,9 Mio. in den 17 Jahren davor (von Ende 1985 bis 2002) nicht in Vergessenheit geraten.

Bei allen Nachteilen, die der in Zukunft zu erwartende Bevölkerungsrückgang mit sich bringen mag, ist dieser schon aus ökologischen Gründen nicht nur negativ zu sehen - sofern er denn irgendwann wieder zum Stillstand kommt. Schon Mitte der 1980er Jahre meinte jedenfalls der Umweltpolitiker Herbert Gruhl: "Störungen des ökologischen Gleichgewichts und die Zerstörung natürlicher Lebensräume gehen mit der Bevölkerungsdichte Hand in Hand. Der positive Effekt einer Entlastung der Bevölkerungsdichte durch Verminderung der Geburten darf aber auch nicht durch Zuwanderung von außen wieder beseitigt werden". (Sowas wollen heute jedoch viele nicht mehr hören, die ansonsten gerne so tun, als hätten sie das "Umweltbewusstsein" gepachtet. Auch in Wirtschafts- und Finanzkreisen hat man sicher kein Interesse an einem Bevölkerungsrückgang. Und auch Mutter Kirche möchte wohl kaum, dass die Schafherde abnimmt.)


Bevölkerungsbewegung in Vergangenheit und Zukunft:

Den bisherigen Verlauf der natürlichen Bevölkerungsbewegung (Geburten und Sterbefälle) und der räumlichen Bevölkerungsbewegung (Zu- und Abwanderung) zeigen zwei lange Zeitreihen des Statistischen Bundesamts:

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (1951 bis 2000) wurden in Deutschland rund 49 Millionen Einwohner (Deutsche und Ausländer) geboren, während 45 Millionen starben. Ungefähr 32 Millionen Menschen wanderten zu, 23 Millionen ab (hauptsächlich Ausländer).

Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (2001 bis 2010) waren 6,9 Mio. Geburten, 8,4 Mio. Sterbefälle, 7,5 Mio. Zuzüge und 6,6 Mio. Fortzüge zu verzeichnen.

Zum Jahr 2011 siehe o. a. Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 25.07.2012.


Zur langfristigen zukünftigen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland:

12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Bundes und der Länder. Siehe dazu Pressekonferenz des Statistischen Bundesamts vom 18.11.2009 - mit weiterführenden Links, u. a. zu einer Publikation, die auch hier im internen Archiv zur Verfügung steht: "Bevölkerung Deutschlands bis 2060" (PDF).

Die Geburtenhäufigkeit in Deutschland (deutsche und ausländische Bevölkerung zusammengenommen) scheint sich bei durchschnittlich 1,4 Geburten pro Frau (bzw. im Normalfall: pro Elternpaar) festgefahren zu haben, was bedeutet, dass jede Generation nur zu zwei Dritteln von der folgenden Generation ersetzt wird. Auf der anderen Seite ist aufgrund langjähriger Erfahrungen ein Zuwanderungsüberschuss (= Netto-Zuwanderung) in einer Größenordnung von 100.000 bis 200.000 Personen pro Jahr zu erwarten. (128.000 Netto-Zuwanderer waren es 2010.) Ferner wird mit einem weiteren Anstieg der Lebenserwartung gerechnet.

Aufgrund dieser Annahmen hat das Statistische Bundesamt [in Zusammenarbeit mit den Statistikämtern der Bundesländer] eine Modellrechnung "mittlere Bevölkerung" mit einer Untergrenze (bei Annahme von 100.000 Netto-Zuwanderern pro Jahr ab 2014) und einer Obergrenze (bei Annahme von 200.000 Netto-Zuwanderern pro Jahr ab 2020) durchgeführt, die zu folgenden Ergebnissen führte:

Rechenvariante "mittlere" Bevölkerung  
 Jahr   Untergrenze   Obergrenze 
2010 81,545 Mio. 81,545 Mio. <<< aktuelleres Ergebnis: 81,752 Mio. │ 2011: 81,844 Mio.
2020 79,914 Mio. 80,437 Mio.  
2030 77,350 Mio. 79,025 Mio.
2040 73,829 Mio. 76,757 Mio.
2050 69,412 Mio. 73,608 Mio.
2060 64,651 Mio. 70,120 Mio.

Zum Vergleich der vorübergehende kleine demografische Tiefstand von 1985 (BRD+DDR): 77,661 Mio. und der Stand von 1950: 69,346 Mio. (weniger als die Rechenergebnisse für 2050). Die Schrumpfung der Bevölkerung wird also nicht so bald zu "entvölkerten Landschaften" führen, zumal die deutsche Geburtenrate auch wieder ansteigen und die Netto-Zuwanderung wieder häufiger oberhalb der angenommenen Obergrenze von 200.000 Personen pro Jahr liegen könnte (wie schon in früheren Jahren).

Man bedenke: Eine Zahl von 200.000 Netto-Zuwanderern pro Jahr ist geringer als der heutige Geburtenüberschuss der Welt an einem einzigen Tag!

2011 betrug die Nettozuwanderung jedenfalls schon wieder 279.000 (siehe weiter oben) und allein im 1. Halbjahr 2012 (nach ersten Ergebnissen) 182.000 (Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 15.11.2012).



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